Klimaforum 1: Zukunftsbilder für eine klimaneutrale Stadt

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Können Sie sich vorstellen, wie unsere Stadt 2035 aussieht? Wenn wir uns ganz selbstverständlich fortbewegen, ohne Benzin zu verbrennen? Wenn unsere Unternehmen nachhaltig wirtschaften? Und wenn wir vieles geschafft haben, was wir uns 2021 gewünscht haben? Genau das möchten wir mit unserem Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ herausfinden. Wir glauben, dass sich der Weg lohnt.

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KLIMAFORUM 1:
ZUKUNFTSBILDER

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Was unsere Expert:innen sagen

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    Das Wetter in Bonn wird viel wärmer, manchmal trockener, aber auch nasser, sagte die Polarforscherin Prof. Antje Boetius. Städte müssen Wege finden, CO2-Emissionen zu vermeiden. Sie müssen durch kluge Kreislaufwirtschaft und Zusammenarbeit mit der Natur CO2 binden. Und sie müssen möglichst ganz auf fossile Energieträger verzichten. Wer früh damit anfängt, hat einen Innovationsvorteil. „Auch in Bonn können Sie ein Stück der Korallenriffe retten oder einen Teil der Gletscher“, machte sie den Teilnehmenden Mut.



    Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir dreimal so schnell die erneuerbaren Energien, wie Windkraft und Photovoltaik, ausbauen. Gleichzeitig müssen wir unseren Lebensstil ändern. Das verringert den Druck und erhöht die Chance, dass wir es schaffen, sagte der Ökonom Dr. Sascha Samadi vom Wuppertal Institut. Er forscht seit vielen Jahren zur Frage, wie Deutschland klimaneutral werden kann.



    Joachim Helbig, ehemaliger Leiter der Leitstelle Klimaschutz der Bundesstadt Bonn, beschrieb in seinem Vortrag 5 Säulen für eine klimaneutrale Stadt.
    Säule 1 sind alle Maßnahmen, die im Rahmen des städischen Maßnahmen-Paketes Klimanotstand beschlossen wurden. Sie bringen gut 1 % der erforderlichen Treibhausgas-Reduktion. Säule 2 ist alles, was der „Konzern Stadt" leisten kann im Bereich Verkehr, Wärme oder Energie. Er verfügt über ein direkt zu steuerndes Reduktionspotenzial von 22 %, und indirekt über 42 % durch Lieferung fossiler Energieträger an die Endkunden der SWB – vorausgesetzt, die Bürger:innen nehmen das an. Säule 3 besteht aus dem Beitrag der gesamten Stadtgesellschaft inklusive Wirtschaft, er macht etwa 57 % aus. Das Bürgerbeteiligungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ ist für ihn ebenfalls eine wichtige Säule. Nicht zu unterschätzen sind auch die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, was eine Stadt umsetzen kann.



    Dr. Gesa Maschkowski, Mitgründerin von Bonn im Wandel e.V. und Erfinderin von Bonn4Future, zeigte in ihrem Kurzvortrag: Veränderung ist möglich – vor allem, wenn wir uns zusammentun. Bürger:innen haben schon rund 3 Millionen Euro in die Bürgeraktien der Regionalwert AG Rheinland investiert, damit es mehr Biobetriebe in der Region gibt. In Köln gibt es die größte autofreie Siedlung von NRW. In Potsdam wird eine Plattenbausiedlung grün und klimaneutral. Alle Beispiele haben gemeinsam: Die Bürger:innen wirken mit.

    Graphic Recordings der Vorträge

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    Caroline Pochon und Liane Hoder

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    Caroline Pochon und Liane Hoder

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    Caroline Pochon und Liane Hoder


     alle Zeichnungen von Caroline Pochon und Liane Hoder (www.himbeerspecht.de

     

    Programm

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    Fotos vom Klimaforum

    10.-11.9.2021 Klimaforum I Zukunftsbilder

    Die Ergebnisse: 26 Zukunftsbilder für ein lebenswertes und klimaneutrales Bonn

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    Illustration: Fides Friedeberg

    Wir Menschen haben die besondere Fähigkeit, eine positive Zukunft vorwegzunehmen. Diese Visionskraft brauchen wir, wenn wir Herausforderungen bewältigen wollen, die nicht einfach zu lösen sind.

    Stellen Sie sich vor, Sie reisen ins Jahr 2035 ...

    80 Bürger:innen und 25 Personen aus verschiedensten Bonner Organisationen haben 26 Zukunftsbilder entwickelt. Puzzleteile dessen, wie Bonn 2035 aussehen könnte. Denn genau das hat der Rat der Stadt Bonn beschlossen: Bis dahin sind wir klimaneutral. Und das sind Zukunftsbilder, die in der Visionswerkstatt entstanden sind:

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    Antworten der Stadtverwaltung auf die Fragen der Teilnehmenden finden sich hier

     

     

    Zusammenfassung: So sieht das Bonn der Zukunft aus

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    Die Ergebnisse unserer Visionswerkstatt beschreiben ein klimaneutrales Bonn, das vor allem sozial, gerecht und grün ist. Diese Leitmotive finden sich in den Plakaten der Teilnehmenden:

    • Es braucht einen Aufbruch, ein Umdenken. Das klimaneutrale Leben ist unbeschwert, macht Freude und steht allen offen. Bonn soll Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden.
    • Dazu gehört Bildung für alle. Es braucht Transformationszentren, in denen Menschen zusammenkommen können und damit beginnen, ihr Quartier umzugestalten.
    • In vielen Zukunftsbildern findet sich das Bedürfnis nach guter Nachbarschaft, gutem Wohnen und Leben im Quartier ­ und zwar für alle sozialen Schichten.
    • Die klimaneutrale Stadt soll eine grüne Stadt sein, das war vielen Bürger:innen wichtig. Im Bonn der Zukunft gibt es Platz, Ruhe, Raum für Begegnung und Naturerfahrung.
    • Das Gemeinwohl sollte über allem stehen, über der Stadtentwicklung, aber auch über der Wirtschaft, so die Zukunftsbilder von zwei Kleingruppen.
    • Drei Gruppen beschäftigten sich mit gutem und nachhaltigem Essen für alle.
    • Recycling, Upcycling, Kreislaufwirtschaft sind 2035 Realität.
    • Das Thema Mobilität hat viele Bürger:innen bewegt. Im Bonn der Zukunft bewegen wir uns bequem, sicher und inklusiv, die autofreie Stadt war für viele selbstverständlich. Fahrradwege sind sicher und komfortabel, ÖPNV sozial gerecht und für alle einfach zugänglich.

    Was ist das Klimaforum?

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    Die vier Klimaforen sind das Herzstück des Verfahrens "Bonn4Future-Wir fürs Klima". Hier kommen Bürger:innen und gesellschaftliche Akteur:innen zusammen und erarbeiten Schritt für Schritt den Bürger:innen Klimaplan. Das erste Bonner Klimaforum fand am 10. und 11. September 2021 im Schauspielhaus Bad Godesberg statt. Dort haben wir gemeinsam an positiven Zukunftsbildern für Bonn 2035 gearbeitet. Denn nur, wenn wir wissen, wo wir hinwollen, können wir den Weg auch zusammen gehen.

    Wer war dabei?

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    Fides Friedeberg

    Für unser Klimaforum wurden im Vorfeld zufällig 100 Bürger:innen aus dem Register des Einwohner­melde­amtes gezogen, um ganz unter­schied­liche Perspektiven zusammen­zubekommen. Zusätzlich konnten Organisationen und Gruppen Interesse an einer Mitwirkung bekunden, wenn sie wichtige gesellschaftliche Perspektiven einbringen. 25 davon wurden dann nach festen Kriterien ausgewählt. Unterstützt wurden die Teilnehmenden durch Mitarbeiter:innen der Stadtverwaltung und städtischer Betriebe. Alle zusammen bildeten eine Art „Mini-Bonn“. Die Basis der Zusammenarbeit wurde in einer Beteiligungsvereinbarung festgelegt. Kommunikation auf Augenhöhe war uns wichtig und jede Stimme war gleich viel wert.

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    Wie geht es weiter?

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    Illustration: Fides Friedeberg

    Unsere Zukunftsbilder wurden der Öffentlichkeit, der Politik und der Verwaltung vorgestellt. Und wir haben damit in den folgenden Klimaforen weitergearbeitet.

    In den Klimaforen 2 und 3 wurde es konkret: Was genau sind die Herausforderungen in Bonn? Was müssen wir verändern und wie können wir das tun? Die Klimaforen 2 und 3 haben am 10. und 11. Juni 2022 stattgefunden

    Im 4. Klimaforum machen wir Vorschläge für einen Bonner Klimaplan: Wer muss was tun in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft? Es findet am 9. und 10. September 2022 statt.

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    Illustration: Fides Friedeberg


    Ich war nicht dabei. Wie kann ich mitdenken?

    Sie sind Bürger*in und nicht ausgelost worden? Sie haben dennoch Ideen für eine klimaneutrale Stadt? Dann schauen Sie doch einmal auf Bonn-macht-mit.de vorbei. Regelmäßig stellen wir hier Fragen, die in das Konzept und die Ergebnisse von Bonn4Future einfließen.

    Oder Sie machen sich an anderer Stelle stark für eine klimaneutrale Stadt. Auf bonn4future.de finden Sie Kontakt zu Engagierten, einen Veranstaltungskalender und Informationen dazu, was passieren muss, damit Bonn klimaneutral, fair und lebenswert wird.

    Sie wollen nichts verpassen? Dann können Sie sich hier zum Bonn im Wandel-Newsletter anmelden.

     

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    Zeichnung Titelbild: Caroline Pochon und Liane Hoder (http://www.himbeerspecht.de)